Thursday, February 16, 2006

Meine beiden Söhne

Es fällt mir schwer

Es fällt mir ganz schwer einzusehen,
dass meine Töchter* längst in eigenen Schuhen stehen
und in ihr eigenes Schicksal wachsen müssen.
Nun hilft kein Streicheln mehr und Küssen.
Ich kann das Schwere zwar mit ihnen tragen,
sie dürfen hier bei mir auch jammern, klagen.
Doch gehen müssen sie allein.
Es fällt mir schwer, mit anzusehen,

wie meine Töchter* ihre eigenen Wege gehen
und Fehler machen und am Leben leiden.
Und ich kann sie nicht schützen, diese beiden,
die mir so ähnlich sind in ihren Schwächen.
Ich sehe ihre Flügel Stück für Stück zerbrechen.
Schon traf sie mancher harte Stein.
Es fällt mir schwer, die beiden abzugeben

an Gott, das Schicksal, an ihr eigenes Leben.
Ich wollte immer über ihrem Glücke wachen
und spüre voller Ohnmacht: Ich kann wenig machen.
Sie selber müssen an den Schwierigkeiten reifen
und irgendwann nach ihren eigenen Sternen greifen.
Wer wird dereinst ihr Sternendeuter sein?


Ute Latendorf

*Söhne

0 Comments:

Post a Comment

<< Home