Wednesday, January 25, 2006

Der Weg

Eine Persönlichkeit,

ein einmaliger, eigener Mensch zu werden ist nicht jedem bestimmt. Der Weg dahin birgt Gefahren und bringt Schmerzen.
Er bereitet aber auch Glück und Trost.
Du denkst an manchen Tagen, es sei alles vergeblich und töricht gewesen, was du angestrebt und woran du geglaubt hast. An anderen Tagen empfindest du dein Leben, so schwierig es ist, als vollkommen gerechtfertigt, ja sogar geglückt und du bist sehr zufrieden - für Stunden - .

Und immer, wenn du deinen Glauben wieder einmal auf eine gute Formel gebracht zu haben glaubst und ausgesprochen hast, wird er dir bald zweifelhaft und töricht und du suchst nach neuen Bewährungen und nach neuen Formen. Bald ist das Qual und Not, bald höchstes Glück

Ängstige dich darüber nicht zu sehr, flieh weder ins Kindliche zurück, noch flüchte vorwärts ins Ungewisse. Beides nutzt dir nichts. Lebe heute. Sag ja zu deiner Stärke, wenn du sie in dir gefunden hast. Dann geht es schon weiter.

Ein Text von Hermann Hesse 1988 von mir frei bearbeitet

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